Saskia

Ich bin vegan weil… Lange habe ich über den Satz nachgedacht, überlegt, was ist der für mich wichtigste Punkt vegan zu leben. Eigentlich ist es ganz einfach – es sind so viele Gründe, die ich in einem zusammenfassen kann: Es gibt einfach keinen Grund, der dagegen spricht, nur einen ganzen Haufen Gründe dafür!
Alles fing wie sicher bei vielen anderen an. Ich habe mich im Tierschutz engagiert, genauer gesagt für Hunde. Man wies mich darauf hin, dass es widersprüchlich ist, sich für Hunde einzusetzen und dann in ein Schnitzel zu beißen. Klar, dachte ich. Das ist logisch. Also habe ich es versucht. Auf geht’s in Richtung fleischlos. Wenn ich mich richtig erinnere, ging es zwei Wochen gut. Dann der große Hunger auf Salami.
Es hat noch ein bisschen Zeit und Informationen gebraucht, dann startete ich Versuch zwei. Ohne Zweifel war mir klar, dass ich es dieses Mal schaffen würde. Tief im Innern wusste ich einfach, dass es richtig ist. Seitdem gab es kein Fleisch mehr für mich. Und mit mir zogen dann auch Kinder und Mann mit. Bis unser Haushalt komplett fleischlos war.

Allerdings waren nun meine Augen und Ohren geöffnet. Durch Artikel im Internet und einige Videos später wurde mir bewusst, dass das nicht reicht. Mir war vorher nicht klar, wie viel Leid und Tod in der Milchprodukte-, Eier- oder Lederindustrie steckt. Nächstes Ziel also VEGAN. Was für ein Wort. Bei meinem Mann war die Reaktion ganz klar: „Alles klar, machen wir. Ich bin dabei.“ Bei den Kindern ein großer Aufschrei: „Ohne Milch für die Cornflakes? Ohne Schokolade? Niemals!“ Also haben wir uns langsam ran getastet. Es wurden alle möglichen veganen Produkte getestet und so Stück für Stück wurde so jedes tierische Produkt aus dem Speiseplan gestrichen. Es kam eine Schwangerschaft dazu und ich wurde unsicher. Auch mein Frauenarzt machte mir riesige Vorwürfe. Die Sprache war von Kindeswohlgefährdung, Missbildungen und Behinderungen. Ich war entsetzt und unsicher. Also aß ich für diese Zeit, wonach mir war. Der Großteil war vegan, aber bei Schokolade und Gebäck gerade unterwegs machte ich Ausnahmen. Heute ist mir klar, auch schwanger ist eine vegane Lebensweise gar kein Problem.

Mit dem Ende der Schwangerschaft ging es dann wieder Richtung vegan. Und dann kam ein ganz wunderbarer Moment für mich. Unsere beiden Ältesten kamen auf mich zu und baten darum, dass es im Haus nichts Unveganes mehr geben soll. Sie wollen jetzt auch vegan leben. Ein so wunderbarer Moment. Denn für mich war immer klar, meine Kinder will ich nicht zwingen. Ich möchte an ihre Empathie appellieren und ihnen die Wahrheit zeigen, aber ich will, dass sie irgendwann ihre eigenen Entscheidungen treffen. Und so kam es auch.

Seit ich meine Augen und Ohren geöffnet habe, habe ich auch mein Herz geöffnet. Jeder, der dies zulässt, wird eines Tages erkennen, dass vegan so viel mehr ist als Verzicht, wie ich es so oft höre.

Warum also vegan?

Natürlich wegen der Tiere. Wer möchte schon, dass fühlende Geschöpfe gequält und getötet werden, wenn es so einfach auch anders geht. Jede Mutter wird verstehen, dass es die Hölle sein muss, wenn einem das Kind direkt nach der Geburt entrissen wird. Jede Mutter wird verstehen, dass es eine Tortur für den Körper sein muss, immer wieder schwanger zu sein. Jede Mutter wird verstehen, dass Brustentzündungen wahnsinnige Schmerzen bedeuten. Milchproduktion beinhaltet all diesen Schmerz. Und nochmal genauso viel Schmerz für das Kalb. Ein paar wenige Beispiele für eine unfassbar große Menge an Leid. Es ist eine Liste, die man unendlich weiterführen könnte. Egal, in welchem Bereich.
Ich möchte nicht, dass für mich auch nur noch ein Tier leidet. Deshalb gebe ich mir die größte Mühe so tierleidfrei zu leben wie möglich. Auch ich bin nicht perfekt, mache Fehler, aber ich gebe mir Mühe.

Die Tiere und deren Leid sind aber nur ein Thema.

Wenn man es richtig macht, dann ist die vegane Ernährungsweise so viel gesünder. Und wenn man ehrlich ist, auch verdammt lecker. Ich habe seitdem wir vegan essen, so viele neue Sachen ausprobiert. Unser Speiseplan ist so viel vielfältiger geworden. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist der, dass es nicht sein kann, dass wir hier Unmengen an Ressourcen verschwenden für die Tiere. Unmengen an Getreide, Soja etc. die an die Tiere verfüttert werden. Anders wo auf der Welt hungern die Menschen. Sie hungern nicht nur- sie verhungern. Wie kann ich als Mensch solch ein Unrecht in Kauf nehmen. Selbstverständlich wird nicht all der Hunger der Welt sich in Luft auflösen, wenn ich vegan lebe. Auch nicht wenn alle Menschen auf der Welt vegan leben. Aber es ist ein erster wichtiger Schritt.

Nicht zu vergessen unsere Erde, die sehr viel mehr geschont wird, wenn wir keine Massentierhaltung mehr haben. Auch hier ist es natürlich nicht das einzige Mittel und es muss sehr viel mehr getan werden. Aber es ist ein großer Faktor. Wieso sollte ich hier also nicht auch mein Möglichstes beitragen um unsere Erde auch für die nachfolgenden Generationen lebenswert zu erhalten. Ich möchte, dass auch meine Kinder und Kindeskinder eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten haben.

Neben dem, dass ich mich vegan ernähre, versuche ich das natürlich auch weiter zu geben. Denn meine Erkenntnis kam durch den Anstoß anderer. So möchte auch ich die Chance geben können, Informationen zu bekommen. Also engagiere ich mich. Ich gehe auf Mahnwachen vor Zirkusse, gehe auf Demonstrationen gegen Tierversuchslabore, stehe auf Messen und informiere. Wann immer sich die Möglichkeit bietet, lasse ich Menschen veganes Essen probieren. Denn nicht nur für Tiere, hungernde Menschen und die Erde ist es ein Gewinn, sondern auch für jeden Menschen selbst.

VEGAN ist ein Gewinn für alle.

Immer wieder höre ich aber auch: „Puh, immer müsst ihr Veganer missionieren.“

Ja, manchmal ist es anstrengend die Wahrheit zu hören und zu sehen, aber wenn wir alle die Augen, unsere Ohren und unsere Herzen verschließen, dann wird es weiterhin eine grausame Welt sein. Eine Welt, die so nicht meine ist. Deshalb werde ich mich einsetzen, weiterhin für den einen oder anderen nervig sein. Aber wie könnte ich es nicht tun.

Vor ein paar Tagen sah ich mir beim Kochen ein Video an. Eigentlich hörte ich es hauptsächlich. #veganistungesund Zwischen all ihren Späßen fiel ein Satz, der mir seit dem sehr präsent ist und den ich nun als meinen Leitfaden nutze:

„Sei der Mensch- der Veganer, den du gerne getroffen hättest, als du es noch nicht warst.“

Wahrscheinlich ist der Satz nicht zu 100% genau so wortwörtlich gesagt worden, aber sinngemäß. Ein sehr wertvoller Satz. Lasst uns respektvoll, aber klar und deutlich eintreten. Für eine bessere Welt für uns alle. Für die Tiere, für die Menschen, für das Leben.