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ANTON  der blinde Kerl 

Bei ihrer ersten Reise in das Hundelager Bucov im Sommer 2014 lernte Sandra Anton kennen, der dort Archie hieß und auf circa. acht Jahre geschätzt warEr lebte in einem großen Kennel mit vielen anderen Hunden, er nahm sofort Kontakt auf und wollte schmusen. Er bewegte sich so versiert und sicher im Kennel und zwischen den anderen Hunden, dass zunächst gar nicht auffiel, dass er blind ist. Bei dieser Reise lernte Sandra auch einen wunderbaren jungen Rüden mit einem Staupetick kennen, den sie Nick nannte. Beide gehandicapten Hunde sollten mit dem nächsten Transport nach Hamburg kommen können. Sandra ließ die Verantwortlichen im Hamburger Tierschutzverein entscheiden, welcher Hund bessere Vermittlungschancen über das Tierheim hat, den anderen wollten wir als Dauerpflegehund aufnehmen.  So kam Anton im August 2014 zu uns. 

Er wurde in der Tierklinik Duisburg gründlich untersucht und damit war klar, er ist blind und das schon länger und es gibt keinen Behandlungsansatz. Für Anton bedeutete seine Blindheit nie eine Einschränkung, er ist selbstbewusst, mutig und eigenständig. So war die erste Zeit mit Anton schon eine Herausforderung, er sah nämlich gar nicht ein, dass er nicht weiter alles selber entscheiden kannAn der Leine sein zu müssen, erschien ihm sinnfreiGerne wollte er auch nachts auf Essenstour gehen und die Mülleimer der Gegend als Restaurant nutzen und wenn er nicht gehen durfte, bellte er gerne langanhaltend in die Nacht. Tatsächlich entwischte er auch eines Nachts aus dem Garten und fand sich am nächsten Morgen bei einem Kilometer entfernten bekannten Futtermittelladen ein, das Angebot muss ihm paradiesisch vorgekommen sein. Von dort holte ihn die Polizei ab und so konnte Sandra ihn auf der Polizeiwache wieder abholen. Sein ganzes Verhalten zeigte stets, wie souverän er sich selbst in völlig fremder Umgebung bewegt, so dass wir sicher sind, dass er sich als Straßenhund durchgeschlagen hat. 

Unkastrierte Rüden waren auf den Straßen Rumäniens potentielle Gegner und bis heute ist Anton nicht gut Freund mit ihnen. Mit allen anderen Hunden und auch Katzen versteht sich Anton gut. In für ihn unübersichtlichen Situationen ist Anton immer bereit seine Sicht der Dinge auch mit Körpereinsatz durchzusetzen, daher braucht er umsichtige und aufmerksame Führung. 

Vor einiger Zeit mussten wir Anton die Augäpel entfernen lassen, da er durch erhöhten Augeninnendruck Schmerzen bekam. Heute ist er sicher um die zehn Jahre alt, vielleicht aber nicht so alt wie noch in Rumänien geschätzt. 

Jeder ist von Anton beeindruckt, seiner Art sein Leben selbstbestimmt zu führen und sich einfach gut zu fühlen. So schön, dass Anton bei uns lebt!